Spontaner Besuch in der Moschee

Gestern habe ich nach dem Dienst einfach mal so die Moschee auf der Metzgerstraße besucht, an Muharram, an einem der höchsten schiitischen Feiertage. Zum ersten Mal, muss ich gestehen. Unsere afghanische Mitarbeiterin hat davon erzählt und mich gleich eingeladen, doch mal mitzukommen. Aus reiner Neugier bin ich ihr gefolgt. Für mich ist Imam Hussein eine geschichtlich interessante Figur, und die Themen, um die es heute geht, gibt es zuhauf auch in unseren Klassikern.

Die überbordende Herzlichkeit dort bei meiner Ankunft macht mich dann zunächst verlegen. Warm ist es hier, bei den Frauen, Kinder krabbeln über die Teppiche oder laufen durcheinander, die Frauen sitzen in der traditionellen dunklen Trauerkleidung am Rand. Sie nehmen mich in ihre Mitte, die Männer sitzen drüben auf der anderen Seite der Tücher.

Viele Gespräche nach rechts und links. Über ihre Söhne und Töchter, die studieren und zur Schule gehen. Über ihre Wünsche und Probleme bei der Arbeitssuche. Über die leider leider wenigen Kontakte zu Nichtmuslimen. Wir quatschen und lachen bald zusammen. Mütter sind wir alle. Noch einen Tee, noch etwas Reis. Wie immer, wenn ich mit muslimischen Frauen alleine bin, liegen wir uns zum Abschied in den Armen.

Als ich schon mit der Familie im Auto sitze, kommt einer der Männer strahlend an mein Fenster, warum ich nicht auch noch zu ihnen komme, Tee trinke, er bedankt sich immer wieder für meinen Besuch. Ich komme wieder und bringe meine Freunde mit, versprochen! Es war ein schöner Besuch, unkompliziert, warmherzig der Empfang. Es braucht hier nicht mehr viele Worte. Gut so.

Am 20.10. ist die Nacht der Kirchen. Einer meiner neuen Freunde aus der Barockfabrik wird dort Zetar spielen. Und Martin aus der Auferstehungskirche kenne ich seit der ersten Zeit, in der so viele angekommen sind, Ende 2015, der Zeit voller intensiver Begegnungen in Drimborn. Wir kommen natürlich gerne in die Kirche, Jamshid! Wir kommen, Martin! Danke auch für eure Einladung.

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